Was ist eigentlich Trackswitch?

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Was ist eigentlich Trackswitch?

Beitragvon Digimoba » Donnerstag, 07. Februar 2019, 22:11:55

Es gibt viele Modellbahner, die ihre Züge gerne mit Hilfe eines Gleisbildstellwerkes steuern, ganz so, wie es beim großen Vorbild auch gemacht wird. Der Wunsch dafür ist ganz einfach: Es ist auf Grund der schematischen Darstellung des Gleisverlaufs eine absolute Übersichtlichkeit gegeben, so dass man sofort sieht, wo ein Gleis belegt ist, welche Weiche wie gestellt ist und wie dieses oder jenes Signal steht. Nun kann man ja ein solches Gleisbildstellwerk wohl auch ohne intelligente Elektronik aufbauen. Der "Fahrdienstleiter" stellt jede Weiche, jedes Signal einzeln von Hand. Er kontrolliert, ob der Fahrweg frei ist, ob keine anderen Fahrstraßen die geplante Fahrstraße tangiert oder kreuzt und er überprüft, ob das gewünschte Ziel (-Gleis) frei ist, also auch nicht von einer anderen Fahrstraße gerade als Ziel auserkoren ist. Da sagt sich doch jeder, dass das eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe ist! Dass dies nie fehlerfrei abläuft, liegt auf der Hand! Es können Unfälle mit verherenden Folgen passieren. Alle ungewollt! Aber sie passieren! Daher sind bei der großen Bahn an dieser Stelle die verschiedensten Sicherheitssysteme installiert. Der Aufwand beim Vorbild hierfür ist immens! Ganz so groß muss der Aufwand auf der Modellbahnanlage jedoch nicht sein. Um aber auch im Modellbahnbereich größere Schäden auszuschließen, ist ein entsprechendes Steuerungssystem in "abgespeckter" Form notwendig. Gut, Personenschäden werden sicher nicht auftreten, aber es ist sicherlich ärgerlich, wenn dem Modellbahnfreund das eine oder andere teure und vielleicht auch seltene Modell durch solche Unfälle zu Schaden kommt und eventuell gar nicht mehr reparierbar oder ersetzbar ist. Und hier kommt nun Trackswitch in's Spiel. Dieses System bietet nun mit relativ übersichtlichen Mitteln ohne Zuhilfenahme eines Computers samt der dafür notwendigen Software die gewünschte Sicherheit und Funktionalität. Und das, egal welches System gefahren wird. Ob Analog mit Gleich- oder Wechselstrom oder Digital. Trackswitch ist für alle Systeme einsetzbar. Denn Trackswitch besorgt in erster Linie das Schalten. Das Fahren wird sekundär über verschiedene Einwirkungsmöglichkeiten für analog oder digital mitgesteuert. Diese Möglichkeit ist wie viele andere Möglichkeiten bei Trackswitch ein Kann, kein Muss! Von manuellem bis zum vollautomatischen Betrieb sind alle möglichen Spielarten mit Trackswitch möglich. Alles eine Frage der persönlichen Vorlieben und Wünsche.
Im Prinzip kann man sich Trackswitch wie eine Aufzeichnungsmaschiene vorstellen: Man speichert alle notwendigen Schaltschritte für eine Fahrstraße ein (also Weichenstellungen, Signale, evtl. Relais für Fahrstromzuschaltungen, Bahnübergänge etc.). Wenn nun bei Bedarf diese Fahrstraße aufgerufen wird, überprüft Trackswitch zuerst die Einstellbarkeit, ob keine andere Fahrstraße tangiert oder kreuzt, ob das Ziel frei ist und ob auch keine andere Fahrstraße dieses Ziel als Endpunkt hat. Erst dann wird die Fahrstraße in der Reihenfolge, wie sie eingespeichert worden ist, seriell, dass heist nacheinander, eingestellt.
Da eingestellte Fahrstraßen so lange aktiv bleiben, bis sie aufgelöst werden, können währen der Fahrt und nach Erreichen des Ziels keine anderen Fahrstraßen eingestellt werden. Die gerade benutze Fahrstraße muss also auch wieder aufgelöst werden, wenn der Zug sein Ziel erreicht hat. Auch das kann Trackswitch übernehmen-- automatisch. Aber auch manuell. Wie schon bemerkt, es gibt viele Möglichkeiten, Trackswitch einzusetzen.
Ein weites Feld für Trackswitch ist natürlich die Visualisierung im Gleisbildstellwerk. Ebenfalls ein Kann und kein Muss! Es können aktive Fahrstraßen, belegte Gleise und Signalstellungen angezeigt werden. Somit ist sofort eine sehr gute Übersichtlichkeit über den Zustand auf der Modellbahnanlage möglich.
Ein Kinderspiel, eine solche Anlage zu steuern! Doch Trackswitch kann noch mehr! Mit Hilfe von Automatikprogrammen ist es möglich, Schattenbahnhöfe komplett zu automatisieren, Pendelzugstrecken zu definieren oder wieder aufzulösen oder ändern, Zugablöseautomatiken einzurichten oder eigene Zugweiterschaltung festzulegen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Sie wollen auch mal einen Entkuppler, ein Schuppentor oder ein anderes Funktionselement auf der Anlage schalten? Dafür können sie eigene Taster vorsehen und entsprechend programmieren. Auch Fahrstraßen können mit einem speziellem Taster aufgelöst werden. Das ist insbesondere bei Rangierfahrstraßen interessant, da diese eigentlich nur manuell aufgelöst werden.
Trackswitch bietet also sehr viele Möglichkeiten für die Steuerung einer Modellbahnanlage. Bedingung hierfür ist immer ein Gleisbildstellwerk. Das Digimoba Gleibildstellwerk ist natürlich bestens für die Zusammenarbeit mit Trackswitch ausgelegt. Es können aber auch andere Gleisbildstellwerke (Eigenbau, andere Fabrikate) verwendet werden. Jedoch muss dann immer auf eine passende Kompatibilität bezüglich Polarität und Spannungen geachtet werden.
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